Wer Feuerwehreinsatz für Wespennest und Bienenstock bezahlen muss

Richterin hält Richterhammer

Rund 1.000 Wespen hatten in Würzburg ein neues Zuhause gesucht und im Rollladenkasten eines Mieters gefunden. Knapp 200 von ihnen schwirrten dann auch fröhlich summend und brummend auf seinem Balkon herum, woraufhin er Angst bekam, denn er hatte ein Kleinkind und eine Frau mit einer Insektenstichallergie.

Da er seinen Vermieter nicht sofort erreichte, ließ der Mieter die Feuerwehr anrücken, die das Wespennest entfernte und ihm die vollen Kosten für den Einsatz in Höhe von 263,64 Euro in Rechnung stellte.

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Da der Vermieter sich weigerte, ihm die Kosten zu ersetzen, verklagte ihn der Mieter und erhielt vom AG Würzburg Recht (AZ 13 C 2751/13).Richterin hält RichterhammerRichterin hält Richterhammer

Richterin hält RichterhammerBegründung:

Das Wespennest musste umgehend entfernt werden, weil es eine akute Gefahr für Leib und Leben des Mieters und seiner Familie darstellte. Der – wenn auch vergebliche – Versuch, den Vermieter telefonisch zu erreichen, sei ausreichend gewesen. Zudem wären dem Vermieter annahmegemäß die gleichen Kosten entstanden, wenn der Mieter ihn erreicht hätte und die Höhe der Feuerwehrrechnung war angemessen und erforderlich.


Ein Bienenstock im Rollladenkasten oder ein Wespennest am Hauseingang muss grundsätzlich vom Vermieter auf eigene Kosten entfernt werden. Sie fallen nicht unter die Betriebskosten, denn sie entstehen nicht regelmäßig und sind deshalb nicht umlegbar. Unter regelmäßig wird hierbei auch nicht das jährliche Anfallen verstanden, sondern vielmehr ein absehbarer Turnus von mehreren Jahren. Bienen und Wespen hingegen siedeln sich nur einmalig oder sporadisch an.

Über den Author

Michael Schäfer

Immobilienmakler & Immobilienkaufmann


Michael Schäfer arbeitet als selbstständiger Immobilienkaufmann im RE/MAX Immobilien Kontor Saarlouis. Mit seinem Fachwissen verfasst er Beiträge in allen Bereichen der Immobilienbranche, die von vielen Abonnenten gelesen werden.